Stele "Unser Auftrag" im Domhof zu Ladenburg

Die Stele "Unser Auftrag" wurde von mir im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus konzipiert.

 

Die weiße Farbe der Stele steht für die Unschuld  der Menschen, die durch die Nationalsozialisten gedemütigt, verfolgt, gefoltert, oder getötet wurden. Der ehemals glatte Marmor wurde dazu grob geschliffen und die dadurch entstandenen, feinen Linien stehen für die Lebenswege.

 

Die aufliegenden Steine in den Farben Schwarz/Rot/Gold symbolisieren Deutschland. Das Land und seine Bevölkerung. In Anerkennen dessen, was geschehen ist und für das Versprechen nicht zu vergessen und alles daran zu setzten, dass dieses Unrecht nicht wieder geschieht. Im jüdischen Glauben werden von den Besuchern der Gräber kleine Steine auf die Grabsteine gelegt. Die Steine auf der Stele stammen von der Mecklenburgischen Küste, an der die Cap Arcona Ende des zweiten Weltkrieges versenkt wurde. An Bord waren tausende jüdischer KZ Häftlinge. Die Steine sind Zeitzeugen der angeschwemmten Toten.

 

Die Poesie steht geschrieben, auf dass die Menschheit  sich der  Aufgabe der Mitmenschlichkeit zunehmend bewusst wird und wir unsere Kinder und die zukünftigen Generationen lehren, dass Nächstenliebe und Respekt die unabdingbare Voraussetzung für ein friedvolles Miteinander sind.

                                                                                                                                     Gudrun Schön-Stoll im Oktober 2022


Gedenkwand im Hospiz St. Vincent, Mannheim link

Das Kunstwerk "Der Weg" möge allen Menschen im Hospiz St. Vincent  Trost sein. Dies ist mein Wunsch.

 

Aus einer weißen Fläche entspringt eine zartgliedrige, ebenfalls weiße Figur, die zu einem weit in der Ferne liegenden Punkt zu blicken scheint. Die Figur ist ganz bei sich, fast schon in einer Zwischenwelt weilend, und wird nur zaghaft durch ein weißes Laken bedeckt. Die Notwendigkeit des Äußerlichen ist aufgehoben. Und doch findet sich alles im Weiß, als Summe aller Farben des Lichts, als Sinnbild des Glaubens, des Guten, des Anfangs und der Unschuld.

 

Leicht lehnt sich die Figur an eine Fläche, auf der ein Weg zu sehen ist. Die Fläche aus Eisen, eine Metapher für den Lebensweg, lag über einen langen Zeitraum im Freien. Der Weg wurde von der Natur geschaffen, vom Leben.

 

Wenn ein Gast im Hospiz gestorben ist, wird durch die Beleuchtung der aus der weißen Fläche entspringenden Figur ihr Schatten mit Blickrichtung auf den Weg sichtbar. Es ist sinnbildlich der Weg, den dieser Mensch gegangen ist, und gleichzeitig der Weg, den er nun gehen wird.

 

Poesie zum Bild: 

Wir gehen alle einen Weg
er ändert lediglich seine Richtung
ab und an